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Bloß kein Jahresticket!

Ok, Berlin ist nicht Hamburg, aber vielleicht kommt man ja bei Hagenbecks Tierpark auch auf die “glorreiche” Idee….

Am Anfang war die gut-gemeinte Idee

Um eine schnellere Abwicklung und einen reibungsloseren Einlass zu ermöglichen, kam die Führung des Berliner Tierparks auf die Idee, eine Gesichtserkennung einzusetzen. Diese soll dann bei positivem matching die Jahreskartenbesitzer identifizieren und deren Einlass zügiger gestalten. (Bei Gesichtserkennung handelt es sich um biometrische Daten, die nach Art.9 der DSGVO besonders schützenswert sind.)
Das Timing könnte nicht schlechter sein, wo doch erst im März 2021 gemeldet werden musste, dass bei einem schweren Datenleck (wir reden von 400.000 Datensätzen!) bei einem niederländischen Ticketdienstleister auch Daten der Zoo Berlin – Kunden betroffen waren.

Was sagen Datenschützer dazu?

Zum Glück melden sich hier auch direkt Berliner Politiker kritisch zu Wort, was zeigt, dass einige Grundregeln des Datenschutzes immer mehr auch bei beteiligten Randgruppen ankommen. Die Datenschutzbeauftrage des Landes Berlin, Maja Smoltczyk, wurde natürlich auch nicht von vornherein mit einbezogen – da hilft es auch nicht, wenn das Ganze durch eine “freiwillige Teilnahme” klein-geredet werden soll. In der gesamten Kommunikation sind einige Fragen aufgekommen, die wohl im Nachgang von den Verantwortlichen noch zu erklären sein werden.

Fazit:

Währet den Anfängen! Es ist etwas beruhigend zu wissen, dass die Verletzung von Persönlichkeitsrechten inzwischen immer schneller von immer mehr Menschen erkannt und benannt werden. Jeder kleine Baustein, durch Praxis-Beispiele Klarheit in den Verordnungsdschungel der Datenschutzgrundverordnung zu bringen, hilft am Ende auch in allen anderen Bundesländern wie Hamburg und Schleswig-Holstein, anwendbare Regeln zu definieren und umzusetzen.

 

Autor: Frank Kowalski