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Gekauft ist gekauft!

„Wir haben Leads gekauft und können damit machen was wir wollen!“

Die erste Frage, die Sie sich stellen müssen ist, ob die Leads, die Sie generiert haben, nach dem 25. Mai 2018 noch benutzt werden dürfen.

Wie Sie mit Sicherheit wissen, gilt die DSGVO in allen 28 EU-Mitgliedsstaaten ebenso für Unternehmen und Organisation außerhalb der EU, die personenbezogene Daten von EU-Bürgern verarbeiten (z. B. Name, Anschrift, IP-Adresse, Telefonnummer). Die Verarbeitung dieser personenbezogenen Daten ist nur rechtmäßig, wenn mindestens eine der im Artikel 6 lit. a, b, oder f stehenden Bedingungen erfüllt ist:

a) Die betroffene Person hat Ihre Einwilligung zu der Verarbeitung der sie betreffenden personenbezogener Daten für einen oder mehrere bestimmte Zwecke gegeben.

b) die Verarbeitung ist für die Erfüllung eines Vertrages, dessen Vertragspartei die betroffene Person ist, oder zur Durchführung vorvertraglicher Maßnahmen erforderlich, die auf Anfragen der betroffenen Person erfolgen.

f) die Verarbeitung ist zur Wahrung der berechtigten Interessen des Verantwortlichen oder eines Dritten erforderlich, sofern nicht die Interessen oder Grundrechte und Grundfreiheiten der betroffenen Person die den Schutz personenbezogener Daten erfordern, überwiegen, insbesondere dann, wenn es sich bei der betreffenden Person um ein Kind handelt.

Grundsätzlich gilt auch für die Generierung von Leads die DSGVO.

Da Sie weder einen Vertrag mit der betroffenen Person haben (Art. 6 lit. b) und auch kein berechtigtes Interesse geltend machen können (Art. 6 lit. f), bleibt Ihnen nur Art. 6 lit a. – Sie brauchen die Einwilligung der betroffenen Person! Ihr Unternehmen muss bei der Erhebung und der Verarbeitung personenbezogener Daten strenge und bestimmte Regeln beachten (Art. 7 Abs. 1-4)

Bei den Angaben in Leadformularen müssen:

– Daten für festgelegte, eindeutige und legitime Zwecke erhoben werden. Sie dürfen nicht in einer mit diesem Zweck nicht zu vereinbarenden Weise weiterverarbeitet werden.
– Daten dem Zweck angemessenen und auf das notwendige Maß beschränkt sein (Datenminimierung). In Leadformularen dürfen Sie also nur die Daten vom Interessenten abfragen, die Sie für die Bearbeitung des Leads zwingend benötigen. Das Sammeln von Daten für mögliche zukünftige Verwendungen ist nicht gestattet.
– Daten in einer Form gespeichert werden, die die Identifizierung der betroffenen Person nur so lange ermöglicht, wie es dem Zwecke, zu dem sie erhoben wurden, erfordert.

Ab dem 25. Mai 2018 dürfen Sie leadgenerierende Werbemaßnahmen nur noch nutzen, wenn Ihnen eine DSGVO-konforme Einwilligung der betroffenen Person zur Datenverarbeitung vorliegt. Ohne die Zustimmung der betroffenen Person dürfen Sie weder die Leadanfrage bearbeiten, noch diese kontaktieren und dieser auch keine Werbung zukommen lassen. Sie brauchen unbedingt die ausdrückliche Einwilligung der betroffenen Person, um die Daten (Name, Anschrift, E-Mail-Adresse etc.) verarbeiten zu dürfen. An Formulierungen und Anwendungen der Einwilligungserklärung stellt die DSGVO detaillierte Anforderungen (Art. 7 Abs. 1-4). Werden diese Bedingungen der DSGVO missachtet, laufen Sie Gefahr, dass Ihre gesamte Einwilligung mit der betroffenen Person im Streitfall für ungültig erklärt wird.

Artikel 7 – Bedingungen für die Einwilligung: „Die Nutzung der Angaben aus dem Leadformular hängt davon ab, ob Sie die Einwilligungserklärung inhaltlich und formal korrekt formuliert haben. Die betroffene Person stimmt mit der Einwilligungserklärung lediglich der Verarbeitung seiner Daten zu konkreten und entsprechenden Zwecken zu. Deshalb ist es für Sie wichtig, vorher zu überlegen, welche Nutzung durch die Einwilligungserklärung abgedeckt werden soll. Die Einwilligungserklärung muss alle Arten der Datennutzung der betroffenen Person exakt benennen, die Ihr Unternehmen geplant hat. Nur wenn die betroffene Person die Einwilligungserklärung zugestimmt hat und damit der beschriebenen Nutzungsart akzeptiert hat, dürfen Sie seine personenbezogenen Daten speichern und weiterverarbeiten.“ (Z.B., um der betroffenen Person Werbung jeglicher Art zu senden, sie jederzeit per E-Mail, Telefon und Brief zu kontaktieren, um die Leadanfrage zu bearbeiten, Weitergabe der Leadanfrage zur Weitergabe an Dritte, usw.)

Wichtig ist es, zu wissen, dass es seit Einführung der DSGVO eine Umkehrung der Beweispflicht gibt:

seit dem 25. Mai 2018 sind alle Unternehmen in der Pflicht, zu beweisen, dass sie über alle notwendigen Einwilligungen und Voraussetzungen zur Verarbeitung personenbezogener Daten verfügen.